Verbot von Werkverträgen und Zeitarbeit in der Fleischwirtschaft – Faktencheck

Eine Vormerkung

Der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, kündigte ein Verbot von Werkverträgen und Zeitarbeit in der Fleischwirtschaft an. Auslöser hierfür war insbesondere eine Häufung von Corona-Fällen in mehreren fleischverarbeitenden Betrieben in den letzten Wochen. Es werden in breiten Teilen in der Öffentlichkeit Werkverträge und Zeitarbeit kritisiert:

  • Auftraggeber würden Werkverträge vergeben, um sich der Verantwortung zu entledigen. Man spricht von „organisierter Verantwortungslosigkeit“ (s. Faktencheck Auftraggeberhaftung).
  • Werkarbeitnehmer würden wie Sklaven behandelt. Sie seien rechtslos. Sie würden in Bruchbuden zwangseingewiesen und sie müssten unter katastrophalen Lebensbedingungen hausen (s. Faktencheck Rechtlose Werkarbeitnehmer).
  • Auftraggeber würden sich nicht um Werkarbeitnehmer kümmern, insbesondere bezüglich Arbeitszeit, Unterbringung, Überstunden, Entlohnung usw. Die Werkarbeitnehmer müssten stärker in die Auftraggeberbetriebe integriert werden, damit die Betriebsräte einen Zugang haben und die Einhaltung der Arbeitsbedingungen überwachen können. Daten der Werkarbeitnehmer würden nicht an die Behörden herausgegeben, um COVID-19-Fälle nachzuverfolgen (s. Faktencheck Warum sich Auftraggeber nicht um Werkarbeitnehmer kümmern).

Die Arbeitsgemeinschaft Werkverträge und Zeitarbeit und ihre Experten befassen sich seit vielen Jahren mit dieser Thematik. Im Rahmen der aktuellen Diskussion ist festzustellen, dass in großen Teilen, wohl aus Unwissenheit, unzutreffende Informationen verbreitet werden. Wir möchten die Diskussion versachlichen und stehen auch für Rückfragen bereit. Zu einzelnen Themen liefern wir daher einen Faktencheck.

Interessengruppe Werkverträge Fleisch

Lücken und unzutreffende Behauptungen im ZDFZoom